Bauteilrisse sind strukturelle Schwachpunkte: Sie verkürzen die Lebensdauer eines Bauwerks, weil eindringendes Wasser die Bausubstanz merklich schwächt. Mit KÖSTER Injektionssystemen dichten wir Risse, Fugen und erdberührte Bauteile dauerhaft ab, von der klassischen Rissverpressung über die Schleierinjektion und die Betoninjektion bis zur Fugeninjektion.
RissverpressungRissinjektion und Rissinstandsetzung
Risse entstehen durch Kräfte und Spannungen, die grösser sind als die Belastbarkeit des Bauteils: durch Lasten und Eigengewicht, durch das Schwinden des Betons beim Aushärten, durch Bewegungen des Untergrunds und Setzungen oder durch thermische Einflüsse mit Dehnung und Schwinden. Sobald Risse die Tragfähigkeit oder die Dichtigkeit gefährden, ist ein elastischer oder kraftschlüssiger Rissverschluss erforderlich.
Dazu wird der Rissverlauf mittels Druckinjektion über Injektionspacker mit einem Polyurethanharz verfüllt. Die gesamte KÖSTER Injektionspalette besteht aus Polyurethanen: Sie lassen sich elastisch und flexibel oder starr und schlagfest einstellen, haften auf trockenen wie feuchten Untergründen, haben eine einstellbare Topfzeit und entwickeln wenig Reaktionswärme. Polyurethane sind nicht korrosiv und reagieren neutral gegenüber der Stahlbewehrung. Die Rissverpressung mit KÖSTER Produkten schliesst den Riss dauerhaft, stoppt den Wassereintritt und schützt die Bewehrung vor Korrosion.
Druckinjektion über Injektionspacker
KÖSTER 2 IN 1Trockene und feuchte Risse dauerhaft verschliessen
KÖSTER 2 IN 1 wird standardmässig eingesetzt, um Risse gegen Wasser abzudichten. Das Material schäumt bei Kontakt mit Wasser auf und stoppt so den akuten Wassereintritt. In einer zweiten Injektion mit demselben Material wird der Riss anschliessend dauerhaft elastisch verschlossen.
Der Vorteil dieses Systems: Bei mittlerer oder schwacher Wasserbelastung lässt sich oft nur schwer feststellen, ob ein Riss wasserführend ist, und damit auch, welches Injektionsmaterial das richtige ist. KÖSTER 2 IN 1 bildet in wasserführenden Rissbereichen einen Schaum und härtet in trockenen Bereichen zu einem Massivharz aus. So ist immer das passende Injektionsverhalten gewährleistet, ohne dass das Material vorab gewechselt werden muss.
Rissverpressung mit KÖSTER 2 IN 1
SchleierinjektionKelleraussenabdichtung von innen
Im Instandsetzungsfall ist es nicht immer möglich, die Kelleraussenwände freizulegen, etwa weil die aufzugrabende Fläche überbaut oder aus anderen Gründen nicht zugänglich ist. Zunächst wäre an eine Innenabdichtung (Negativabdichtung) zu denken. Bei historischen Bauwerken oder besonderen architektonischen Anforderungen scheidet auch dies aus. In diesen Fällen ist die Schleierinjektion ein leistungsfähiges Verfahren zur nachträglichen Abdichtung erdberührter Bauteile.
Mit dem KÖSTER Injektionsgel G4 wird die Abdichtung durch Injektion von innen an der Aussenwand aufgebracht (Gel-Schleierinjektion). Das Gel reagiert mit Wasser und bindet es zu einem wasserundurchlässigen, elastischen Festkörper. Bereits vorhandenes Wasser hinter der Wand stellt dabei kein Problem dar, da die KÖSTER Injektionsgele nicht damit reagieren, sondern es in ihrer Matrix binden. Die Verarbeitung erfolgt mit der KÖSTER Acrylatgel-Pumpe über die patentierten KÖSTER Leitlanzen. Das Injektionsmittel verteilt sich an der Kelleraussenwand und reagiert in kurzer Zeit zu einer wasserundurchlässigen Schicht.
Bei porösen oder hohlraumhaltigen Bauteilen ist alternativ die Flächeninjektion des KÖSTER Injektionsgel G4 direkt in das Bauteil möglich. Auch hier bindet das Gel das bereits vorhandene Wasser und bildet einen wasserundurchlässigen, elastischen Festkörper. Das Verfahren eignet sich für private Wohnungen und Wohnhäuser ebenso wie für grössere Bauwerke.
Schleierinjektion Kelleraussenwand
Nicht zugängliche BauteileNachträgliche Abdichtung von Fahrstuhlschächten und Tiefgaragen
Bauteile, die durch Überbauung oder aus anderen Gründen von aussen nicht mehr erreichbar sind, etwa Tunnel, Tiefgaragen, Fahrstuhlunterfahrten und Betonsohlen, werden heute durch Schleierinjektion abgedichtet. Ein typisches Beispiel ist eine Fahrstuhlunterfahrt, die sowohl durch horizontale Injektion unterhalb der Sohle als auch durch vertikale Injektion der Wände gegen eindringendes Grundwasser abgedichtet wird.
Das Bauteil wird in einem quadratischen, flächenzentrierten Raster vollständig durchbohrt und mit Standardpackern bestückt. Die Injektion erfolgt in mehreren Stufen durch die Bohrkanäle und erzeugt auf der Positivseite (Aussenseite) kegelförmige Erdverfestigungen, die das Bauteil gegen das Grundwasser abgrenzen. Verwendet wird das KÖSTER Injektionsgel G4, das für diesen Anwendungsfall eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik besitzt. Bei grossem Materialverlust durch Öffnungen oder Hohlräume hinter der Wand wird die schnellere Reaktionszeit von KÖSTER Injektionsgel S4 bevorzugt. Bei Mauerwerk mit Hohlkammern oder Lochsteinen erfolgt die Injektion über spezielle Packer, die das Injektionsgut erst auf der Bauteilrückseite ins Erdreich abgeben. Solche Fälle sind fachmännisch zu planen.
TunnelbauSchleierinjektion im Tunnelbau
Tunnel im Schildvortrieb, aufgebaut aus Tübbingelementen, zählen zu den modernsten Formen des Tunnelbaus. Durch die hohen Drücke der hydraulischen Pressen kommt es trotz starker Bewehrung gelegentlich zu Rissen in der Betonoberfläche. Um Feuchtigkeitsschäden und die anschliessende Korrosion der Bewehrung zu verhindern, werden diese Risse mit standardisierten Injektionsverfahren abgedichtet, mit rissüberbrückenden wie auch kraftschlüssigen Produkten.
Ein klassischer Fall ist das partielle Versagen der Kompressionsdichtung und die daraus folgende Leckage durch die Ringfuge. Hier ist häufig die Schleierinjektion hinter das Tunnelbauteil das Mittel der Wahl: Spezielle Injektionsnadeln werden durch die Fugen geführt und das KÖSTER Injektionsgel G4 injiziert. Das Material verfestigt die angrenzenden Erdschichten, füllt Hohlräume zwischen Erdreich und Tübbingelementen und stellt so die äussere Abdichtung wieder her.
Schleierinjektion Tunnel
BetoninjektionInjektion von Betonböden und Betonbauteilen
Betonbauwerke, die extremen Bedingungen wie starker Hitze ausgesetzt sind, erleiden grössere Schäden an ihrem Gefüge, was zu einer höheren Porosität führen kann. Auch Altbeton kann durch äussere Einflüsse oder eine länger andauernde Wasserfiltration an Integrität verlieren. Schlechtes Betonieren oder Vibrationen können ebenfalls zu Betonnestern oder unerwünschten Rissen an der Oberfläche führen. All diese Situationen verlangen ein System, das feinste Risse und Hohlräume füllt und die Filtration im Bauwerk stoppt.
Auch wenn die Betoninjektion nicht die häufigste Injektion ist, gehört sie zu den Anwendungsgebieten der Acrylatgele. Die niedrige Viskosität des Materials und die zuverlässige Aushärtung ohne Einfluss auf die Stahlbewehrung machen die Betoninjektion zu einem besonderen Einsatzbereich der KÖSTER Injektionsgele. Das KÖSTER Injektionsgel G4 folgt dabei intelligent dem Wasserweg und dichtet nach dem Aushärten die Filtration direkt an der Quelle ab. Je nach Abmessungen und Bedingungen wird das Bauteil in einem definierten Raster durchbohrt, es werden KÖSTER Superpacker gesetzt und das Gel in mehreren Phasen injiziert, bis die Druckbeständigkeit erreicht ist. Die Bohrlöcher werden anschliessend mit KÖSTER KB-Fix 5 verschlossen.
Betoninjektion Betonboden
FugeninjektionAbdichtung von Dehnfugen in Parkgaragen
Der Vorteil der Fugeninjektion ist die minimalinvasive Vorgehensweise und die damit verbundene kurze Sanierungszeit. Aufgraben von Tiefgaragendecken oder Erdaushublagerung entfallen. Da häufig sogar nur ein einziger Packer genügt, ist der Bohraufwand gering und die Zeitersparnis hoch.
Die Packer werden so platziert, dass vorhandene Fugenbänder möglichst nicht perforiert werden, was besonders bei inneren oder äusseren Dichtungsbändern wichtig ist. Die Bohrkanäle enden bei Decke-Decke-Dehnfugen optimalerweise im oberen Drittel, bei Sohle-Sohle-Dehnfugen im unteren Drittel der Fuge. Über Kopf angeordnete Fugen erhalten eine polymer-, zementhaltige oder mechanische Verdämmung, um Materialverluste zu vermeiden.
Zum Einsatz kommt das KÖSTER Injektionsgel S4 mit der B+ Komponente, ein speziell entwickeltes Acrylatgel zur Fugenabdichtung mit hervorragender Elastizität, hoher Haftung an den Flanken und reduzierter Austrocknungsneigung bei Luftströmen. So lassen sich Parkhäuser und Tiefgaragen ohne Aufgrabung und ohne Zerstörung der Geländeoberfläche abdichten, was Zeit und Kosten spart.
Fugeninjektion Dehnfuge Parkgarage
AcrylatgeleGel auf Acrylbasis
Acrylatgele zeichnen sich durch ihre extrem niedrige Anfangsviskosität aus, ähnlich wie Wasser. Das ermöglicht unter allen Injektionsmaterialien die grösste Eindringtiefe in die Porenstruktur. Eingesetzt werden sie typischerweise für die Gebäudeabdichtung durch Schleier-, Mauerwerks- und Hohlrauminjektion. Durch die niedrige Viskosität ist auch die Injektion in schwierige Bodenverhältnisse wie feinen Sand, Schluff und einige Tone möglich.
Auch im ausreagierten Zustand binden Acrylatgele erhebliche Wassermengen, die physikalisch im Polymernetzwerk gebunden sind, so stark, dass das Wasser selbst unter hohem Druck nicht ausgetrieben wird. Die Tunnelabdichtung erfordert dabei spezielle Materialien, die je nach Tunnelelementen und Bauverfahren variieren; ungewöhnlich hoher Wasserdruck und die infrastrukturellen Gegebenheiten müssen in der Sanierungsplanung berücksichtigt werden.
Das richtige Injektionsmaterial für jeden Fall
Ob elastische Rissverpressung, kraftschlüssiger Rissverschluss, Schleierinjektion, Betoninjektion oder Fugenabdichtung: Das passende Verfahren hängt von Rissart, Wasserbelastung und Zugänglichkeit des Bauteils ab. Wir analysieren die Situation vor Ort und wählen das geeignete KÖSTER System aus.
Eigenschaften auf einen Blick
- Elastische oder kraftschlüssige Rissverpressung mit Polyurethanharz
- KÖSTER 2 IN 1: schäumt bei Wasser, härtet trocken zu Massivharz
- Schleierinjektion mit KÖSTER Injektionsgel G4 von innen
- Polyurethane: neutral zur Stahlbewehrung, nicht korrosiv
- Nachträgliche Abdichtung nicht zugänglicher Bauteile: Tunnel, Tiefgaragen, Fahrstuhlschächte
- Betoninjektion von Betonböden mit KÖSTER Superpacker und KB-Fix 5
- Fugeninjektion mit KÖSTER Injektionsgel S4/B+
- Acrylatgele mit extrem niedriger Viskosität für tiefe Eindringung
Technische Daten
Beratung und technische Informationen
Sie haben ein konkretes Projekt? Wir beraten Sie zur passenden Injektionslösung und erstellen ein Konzept für Ihr Bauteil. Technische Datenblätter zu den KÖSTER Injektionssystemen stellen wir Ihnen auf Anfrage zur Verfügung.